Steigendes Angebot an Faktor-ETF

Thema der Woche vom 10. Juli 2018

Auch an der Schweizer Börse hat die Anzahl an faktorbasierten Aktien-ETF in den letzten Jahren stark zugenommen, denn die Nachfrage ist gross.

Daten: Bloomberg, SIX per 31.12.17

Angebot an faktorbasierten Aktien-ETF steigt

Auch an der Schweizer Börse hat die Anzahl an faktorbasierten Aktien-ETF in den letzten Jahren stark zugenommen, denn die Nachfrage ist gross.

Daten: Bloomberg, SIX per 31.12.17

Das Angebot an ETF ist nicht nur in der Schweiz in den letzten Jahren stark gestiegen. Diese passiven Indexfonds sind wegen ihrer tiefen Gebühren beliebt. Ein neuer Trend sind Faktor-ETF, die noch grössere Diversifikationsmöglichkeiten bieten. Dafür braucht der Anleger nicht mal viel tiefer in die Tasche zu greifen, wie eine Studie des VZ zeigt.

ETF sind verhältnismässig junge Anlageprodukte. Erstmals wurde ein solcher passiver Indexfonds 1993 in den USA angeboten. In der Schweiz kam das erste Produkt im Jahr 2000 in den Handel – ein ETF auf den europäischen Aktienindex Euro Stoxx. Per Ende 2017 waren in der Schweiz dann bereits fast 1300 ETF an der Börse gelistet. Besonders in den letzten Jahren kam es zu einem starken Wachstum. Trotz dieser starken Zunahme ist der ETF-Markt in der Schweiz noch immer vergleichsweise klein. Er umfasst aktuell ein Volumen von rund 115 Milliarden Franken, was in etwa nur 10 Prozent des hiesigen Fondsmarktes ausmacht.
 
Innerhalb des ETF-Segments sind in letzter Zeit Fonds mit alternativen Benchmarks – sogenannte Faktor-ETF – stärker ins Anlegerinteresse gerückt. Denn mit diesen Produkten haben die Anleger Aussicht auf bessere Rendite- und Risikoeigenschaften als mit den klassischen ETF (mehr dazu erfahren sie hier). Die populärsten Indizes, welche diese Faktor-ETF abbilden, gewichten ausgewählte Aktien nach den Faktoren Momentum (Titel mit ansprechender Kursentwicklung), Quality (Titel mit soliden Unternehmenserträgen), Size (Titel mit geringer Marktkapitalisierung), Value (Titel mit günstiger Bewertung) und Minimum Volatility (Titel mit niedriger Volatilität). Zudem gibt es Multifaktorindizes, die verschiedene Faktoren kombinieren. In der Schweiz kam der erste Faktor-ETF 2004 in den Handel. Und auch hier zeigt sich eine rasante Zunahme (siehe Grafik). Per Ende 2017 hat das VZ bereits 158 ETF gezählt, die sich auf oben genannten Faktor-Indizes beziehen.
 
Tiefe Gebühren
 
Ein wesentlicher Grund für das starke Wachstum von ETF sind die sehr tiefen Gebühren. Bei Faktor-ETF liegt die Gesamtkostenquote TER im Durchschnitt zwischen 0,25 Prozent und 0,45 Prozent (siehe Tabelle). Zum Vergleich: Für aktive Fonds werden dem Anleger in der Regel zwischen 1 und 2 Prozent verrechnet. Gegenüber den klassischen ETF ist die TER bei den Faktor-ETF in der Regel jedoch etwas höher. Aber dafür werden die Anleger mit der Chance auf eine Mehrrendite – nach Gebühren – entschädigt.
 
Verwaltungsgebühren von faktorbasierten Aktien-ETF
 
Faktor
Anzahl ETF
Tiefste TER
Durchschnittliche TER
Höchste TER
Momentum
 5
0,20%
0,25%
0,30%
Quality
 7
0,20%
0,30%
0,50%
Size
38
0,10%
0,41%
0,74%
Value
14
0,20%
0,28%
0,40%
Volatility
18
0,20%
0,41%
0,75%
Multifaktor
25
0,30%
0,45%
0,65%
Vergleich der TER von ETF auf Einzel- und Multifaktorindizes unterschiedlicher Regionen an der Schweizer Börse.
Quelle: VZ; Daten: SIX, Fondsanbieter per 31.12.17


Ein wichtiger Kostenfaktor bei Fonds sind neben der TER auch jene Transaktionsgebühren, die für den Fonds beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren innerhalb des Fondsportfolios anfallen. Diese werden anschliessend an die Kunden weitergegeben. Bei Faktor-ETF können diese Kosten ebenfalls etwas höher als bei klassischen ETF ausfallen, was auch nicht weiter erstaunt. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Selektionskennzahlen der Titel über bestimmte Zeiträume stärker variieren als ihre Marktkapitalisierung. Aber auch hier gilt: Für die höheren Kosten hat der Anleger Aussicht auf bessere Rendite- und Risikoeigenschaften.
 
Dieser Artikel ist der vierte und letzte Teil der Serie zum Thema faktorbasierte Aktienanlagen. Wenn Sie mehr über dieses Thema wissen wollen, können Sie hier die neue Studie des VZ VermögensZentrums "Eine Untersuchung von faktorbasierten Aktien-ETF" bestellen.

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