Mit Rebalancing bleiben Sie Ihren Anlagezielen treu

Thema der Woche vom 27. November 2018

Ein Portfolio mit monatlichem Bandbreiten-Rebalancing und 50 Prozent Aktienanteil hätte seit Ende 2007 über 7 Prozent mehr Rendite erzielt als ein klassisches Kaufen-und-Halten-Portfolio mit gleich hohem Aktienanteil (in CHF, per 23. November 2018).

Intelligentes Rebalancing schlägt "Kaufen-und-Halten"

Ein Portfolio mit monatlichem Bandbreiten-Rebalancing und 50 Prozent Aktienanteil hätte seit Ende 2007 über 7 Prozent mehr Rendite erzielt als ein klassisches Kaufen-und-Halten-Portfolio mit gleich hohem Aktienanteil (in CHF, per 23. November 2018).

Mit dem sogenannten Rebalancing können Anleger dafür sorgen, dass ihre Zielstrategie bestehen bleibt und keine ungewollten Risiken entstehen. Langfristig kann das zu einer Mehrrendite gegenüber einer Kaufen-und-Halten-Strategie führen.

Viele Anleger wenden bei ihren Investitionen eine Kaufen-und-Halten-Strategie an. Dabei teilen sie ihr Vermögen – ihrer Risikotoleranz entsprechend – auf verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Obligationen und Rohstoffe auf. Sie investieren in Einzeltitel oder Fonds und schichten ihre Wertpapiere nach der Erstinvestition nicht mehr um.
 
Je nach Kursentwicklung der Anlagen hat das zur Folge, dass die Gewichtungen innerhalb des Portfolios bereits nach kurzer Zeit nicht mehr der ursprünglich definierten Strategie entsprechen. Ein Beispiel: Ein Anleger investiert aufgrund seiner Risikotoleranz die Hälfte seines Investitionsvermögens in Aktien und die andere Hälfte in Obligationen. Legen die Aktien nun deutlich an Wert zu – bei einem gleichzeitigen Wertverlust der Obligationen – kann das dazu führen, dass der Anleger mit einem Mal zu 80 Prozent in Aktien investiert ist und damit deutlich mehr Risiken eingeht als gewünscht.
 
Regelbasierte Rückführung auf die Zielgewichtungen
 
Dieses Risiko lässt sich mit einem Rebalancing-Ansatz vermeiden. Das Rebalancing (englisch für "Wiedereinpendeln") ist ein antizyklischer Anlageansatz, bei dem Anlageklassen eines Portfolios nach fix definierten Regeln auf ihre ursprünglichen Gewichtungen zurückgeführt werden. 

Dabei werden Anlageklassen mit Kursgewinn verkauft und Anlageklassen mit Kursverlust gekauft. Im obigen Beispiel würden also Aktien verkauft und Obligationen gekauft werden, um die ursprünglichen Gewichtungen von je 50 Prozent wieder herzustellen.
 
Bandbreiten-Rebalancing führt zu besseren Resultaten
 
Beim Rebalancing wird zwischen zwei Ansätzen unterschieden: dem Bandbreiten-Rebalancing und dem Kalender-Rebalancing. Das Bandbreiten-Rebalancing definiert für jede Anlageklasse eine untere und eine obere Bandbreite. Sobald die Gewichtung der Anlageklasse eine dieser Bandbreiten erreicht, wird das Portfolio einem Rebalancing unterzogen und sämtliche Anlageklassen werden auf ihre Zielgewichtungen zurückgeführt.
 
Dagegen wird beim kalenderbasierten Rebalancing das Portfolio beispielsweise quartalsweise oder jährlich auf die ursprünglich definierte Zielgewichtung zurückgeführt.
 
Ein Bandbreiten-Rebalancing ist anspruchsvoller und bedingt eine ständige Überwachung. Es führt in der Regel aber zu besseren Resultaten, weil es im Unterschied zum Kalender-Rebalancing die Kursbewegungen der einzelnen Anlagen besser berücksichtigt und auf ganz kleine Umschichtungen verzichtet, was Kosten spart. Sinnvoll ist eine gleichzeitige Anwendung beider Ansätze (siehe Grafik).
 
Langfristige Mehrrendite möglich
 
Der antizyklische Effekt eines Rebalancings kann je nach Kursentwicklung langfristig zu einer Mehrrendite gegenüber einer passiven Kaufen-und-Halten-Strategie führen. Gleichzeitig ermöglicht das Rebalancing dem Anleger eine Gewinnmitnahme bei gestiegenen Werten.
 
Das Rebalancing erfordert vom Anleger ein diszipliniertes antizyklisches Verhalten. Er muss die Regel "Kaufe zu tiefen und verkaufe zu hohen Kursen" konsequent umsetzen. Einzig die Rebalancing-Regeln entscheiden, wann eine Anlageklasse gekauft oder verkauft wird. Das verhindert emotionale Kauf- und Verkaufsentscheide, die sich oft als Fehler herausstellen.
 
Ein Rebalancing-Ansatz schützt allerdings nicht vor grossen Kurseinbrüchen wie in der Finanzkrise 2007/2008. Dafür sind andere Regelwerke (z.B. gleitende Durchschnitte) notwendig.

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