Gebühren von ETF

Thema der Woche vom 15. Mai 2018

Der ETF des Anbieters ComStage auf den europäischen Aktienindex Euro Stoxx 50 hat zwar die tiefste Gesamtkostenquote TER. Gemessen an der Rendite liegt er aber auf Platz 4.

Renditevergleich von ETF auf den Euro Stoxx 50

Der ETF des Anbieters ComStage auf den europäischen Aktienindex Euro Stoxx 50 hat zwar die tiefste Gesamtkostenquote TER. Gemessen an der Rendite liegt er aber auf Platz 4.
Wer sein Geld mit ETF investiert, sollte auf die Gebühren dieser passiven Anlagefonds achten. Eine tiefe Gesamtkostenquote hat aber nicht zwangsläufig eine höhere Rendite zur Folge.

Bei den ETF-Gebühren muss man unterscheiden zwischen den einmaligen und laufenden Kosten. Die einmaligen fallen beim Kauf und Verkauf eines ETF an, die laufenden werden jährlich dem Fonds- bzw. Anlagevermögen belastet und schmälern die Rendite. Die Höhe der laufenden Kosten beeinflusst aufgrund des Zinseffekts den Anlageerfolg langfristig stark.

Wie hoch die Kosten sind, hängt vom Anbieter und von der Anlageklasse ab. ETF auf Aktienindizes sind in der Regel teurer als ETF auf Anleihenindizes. Der Kampf um Marktanteile unter den ETF-Anbietern hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass die Verwaltungskosten vieler Produkte gefallen sind.

Ein Hinweis auf die Höhe der jährlich anfallenden Kosten liefert die Gesamtkostenquote TER (Total Expense Ratio). Die Kennzahl umfasst neben den Verwaltungs- und Marketinggebühren auch Kommissionen an die Depotbank, die Kosten für den Vertrieb und Revision des ETF. Die TER wird als Prozentsatz des durchschnittlichen Fondsvolumens angegeben. Für Anleger ist sie ein wichtiges Kriterium zum Vergleich von mehreren ETF auf denselben Index, soll sie die Rendite doch so wenig wie möglich belasten.

Aber die TER umfasst nicht alle während eines Jahres anfallenden Kosten. Nicht enthalten in der TER sind Transaktionsgebühren innerhalb des ETF. Sie werden beispielsweise dann erhoben, wenn ein physisch replizierter ETF aufgrund von Indexanpassungen Titel kaufen bzw. verkaufen muss. Bei einem synthetisch replizierten ETF kommen zur TER die Swap-Gebühren hinzu.

Ein weiterer wichtiger Kostenpunkt bei der Investition in ETF sind die Steuern. Was ETF-Anleger mit Wohnsitz in der Schweiz zu Einkommens-, Vermögens- Stempel und Quellensteuer wissen sollten, lesen Sie hier.

Überblick mit "Tracking Difference"

Privatanleger erhalten mit der sogenannten Tracking Difference einen Überblick über die Höhe der verschiedenen Kosten- und Ertragskomponenten von ETF. Dabei handelt es sich um die Differenz zwischen der Indexrendite und der ETF-Rendite. In dieser Differenz sind sämtliche Kosten enthalten. Je höher diese Differenz, desto stärker weicht die Rendite des ETF von der Rendite des abzubildenden Indizes ab.

Anleger sollten sich deshalb nicht aufgrund der TER für einen ETF entscheiden, sondern aufgrund eines Renditevergleichs. Dieser ermöglicht eine Netto-Betrachtung nach Abzug sämtlicher Kosten und unter Berücksichtigung sämtlicher Erträge. Dabei wird auch ersichtlich, dass eine tiefere TER nicht zwangsläufig eine höhere Rendite zur Folge hat, wie ein Vergleich von vier an der Schweizer Börse SIX gehandelten ETF auf den europäischen Aktienindex Euro Stoxx 50 zeigt (siehe Grafik). So wies der ETF von ComStage 2017 trotz einer TER von 0,08 Prozent eine schlechtere Rendite aus als der UBS-ETF, der mit 0,15 Prozent die höchste TER in diesem Beispiel hat.
 

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