ETF und Indexfonds: Was Anleger wissen sollten

Thema der Woche vom 14. Februar 2017

Ein Vergleich der Verwaltungsgebühren von in der Schweiz erhältlichen ETF und Indexfonds zeigt, dass sich die Gebühren zwischen den beiden Produkteklassen nur wenig unterscheiden.

Verwaltungsgebühren von ETF und Indexfonds

Verwaltungsgebühren von ETF und Indexfonds
Ein Vergleich der Verwaltungsgebühren von in der Schweiz erhältlichen ETF und Indexfonds zeigt, dass sich die Gebühren zwischen den beiden Produkteklassen nur wenig unterscheiden.
Quelle: VZ-Studie

Immer mehr Privatanleger entdecken die Vorteile von passiven Anlagefonds. Neben ETF stehen ihnen zunehmend auch Indexfonds zur Verfügung. Wie sich die beiden Produktarten unterscheiden.

Wer als Privatanleger bisher passiv investieren wollte, wählte in der Regel einen ETF. Seit einigen Monaten stehen ihnen aber auch immer mehr Indexfonds zur Verfügung. Das Angebot an ETF überwiegt mit rund 780 an der Schweizer Börse erhältlichen Produkten gegenüber rund 220 Indexfonds unter Ausschluss von währungsgesicherten Tranchen und anderen Varianten bereits gezählter Fonds allerdings noch deutlich.

Indexfonds haben wie ETF das Ziel, einen Index möglichst exakt und kostengünstig abzubilden. Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Produktarten besteht in der Börsenkotierung. ETF steht für Exchange Traded Funds, also börsengehandelte Fonds. Sie lassen sich zu den Handelszeiten laufend kaufen und verkaufen. Indexfonds werden nicht an einer Börse gehandelt. Der Kauf und Verkauf ist wie bei aktiven Anlagefonds nur einmal täglich über den Fondsanbieter möglich.

Bei den Gebühren unterscheiden sich ETF und Indexfonds nur gering. Die jährlichen Verwaltungsgebühren (Total Expense Ratio, TER) liegen auf ähnlichen Niveaus (siehe Tabelle). Sie betragen bei ETF über verschiedene Anlageklassen durchschnittlich 0.39 Prozent und bei Indexfonds 0.43 Prozent. Indexfonds werden beim Handel je nach Domizil mit einer geringeren Stempelsteuer belastet als ETF.

Wegen des starken Konkurrenzkampfs unter den Fondsanbietern sind die Gebühren von passiven Fonds in letzter Zeit gesunken. Das VZ rechnet damit, dass der Druck auf die Gebühren mit der zunehmenden Verbreitung von Indexfonds anhalten wird.

Während sich ETF  physisch und synthetisch replizieren lassen, erlauben Indexfonds nur die physische Replikation. Die Replikationsart gibt an, wie ein passiver Fonds den entsprechenden Index nachbildet.

Kriterien für den Produkteentscheid

Vor der Wahl eines Produktes sollte der Anleger wie üblich seine Anlagestrategie festlegen. Die Anlagestrategie definiert, wie die Anlagesumme auf die verschiedenen Anlageklassen aufgeteilt wird. Sie hängt von der Risikotoleranz des Anlegers ab.

Ausserdem empfiehlt es sich vorgängig zu definieren, wie stark die Investition je nach Marktlage von der Anlagestrategie abweichen soll. Ist die Handelbarkeit innerhalb eines Tages eine zwingende Voraussetzung, kommen nur ETF in Frage.

Stehen auf einen bestimmten Index sowohl ETF als auch Indexfonds zur Verfügung, muss der Anleger situativ entscheiden, welche Produktart sich besser eignet. Er sollte dabei Kriterien wie die Anlagestrategie, die Risikoaversion und die beabsichtigte Haltedauer berücksichtigen. Im Normalfall ist es sinnvoll, im Portfolio sowohl ETF als auch Indexfonds einzusetzen.

VZ-Studie zu ETF und Indexfonds

Aufgrund des starken Medienechos auf die Öffnung der Indexfonds für Privatanleger und der zunehmenden Komplexität, hat das VZ eine Studie zu diesem Thema verfasst. Sie umfasst unter anderem erstmalig in der Schweiz eine Erhebung der Anzahl von Indexfonds und einen Gebührenvergleich von ETF und Indexfonds.

 Kostenlose Studie zu ETF und Indexfonds bestellen

Seite empfehlen



Kopieren Sie den Link [ctrl + c] und fügen Sie ihn in ein E-Mail ein [ctrl + v]. Aus Sicherheitsgründen ist kein Versand von E-Mails direkt vom VZ Finanzportal möglich.


Das könnte Sie ebenfalls interessieren