Newsletter vom 9. Januar 2019

Die aktuelle Lage

In der Schweiz zeigen sich die Einkaufsmanager der Industrieunternehmen unverändert optimistisch. Der von der Credit Suisse und dem Fachverband Procure erhobene Einkaufsmanagerindex PMI stieg entsprechend im Dezember im Vergleich zum Vormonat um 0,1 auf 57,8 Punkte. Damit bewegt er sich weiterhin über seinem langfristigen Durchschnitt. Derweil sind die Konsumentenpreise im Dezember leicht gesunken. Wie das Bundesamt für Statistik mitteilte, bildete sich das durchschnittliche Preisniveau gegenüber November um 0,3 Prozent zurück. Gegenüber Dezember 2017 resultiert hingegen ein Preisanstieg um 0,7 Prozent. Die durchschnittliche Jahresteuerung 2018 beträgt +0,9 Prozent nach +0,5 Prozent in 2017. 2016 hatte die Teuerung mit -0,4 Prozent noch im negativen Bereich gelegen.
 
In Deutschland reisst die Schwächephase in der Industriebranche nicht ab. Im November sank die Gesamtproduktion laut nationalem Statistikamt um 1,9 Prozent. Ökonomen wurden davon überrascht, hatten sie im Durchschnitt doch mit einem leichten Anstieg gerechnet. Zudem war der Dämpfer im Oktober grösser als bislang bekannt ausgefallen. Im Verlauf des Jahres 2018 ist die Produktion damit in acht Monaten gesunken und nur in drei Monaten gestiegen.
 
Im Euroraum hat sich die Anlegerstimmung im Januar erneut verschlechtert. Der vom Analysehaus Sentix erhobene Konjunkturindikator fiel um 1,2 Punkte auf -1,5 Zähler. Sowohl die Einschätzung der aktuellen Lage als auch die Wirtschaftsaussichten trübten sich ein. Nach dem fünften Rückgang in Folge liegt der Indikator auf dem tiefsten Stand seit Dezember 2014.
 
In den USA hat der Arbeitsmarktbericht für Dezember die Erwartungen recht deutlich übertroffen. So wurden einerseits mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Andererseits wurde der Beschäftigungsaufbau in den beiden Vormonaten nach oben korrigiert, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Ferner stiegen auch die Löhne etwas deutlicher als erwartet. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich derweil überraschend um 0,2 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent. Der Hauptgrund: mehr Menschen suchten aktiv nach Arbeit. Vielen macht die gute Lage am Arbeitsmarkt offenbar Mut und sie bemühen sich daher wieder um eine Stelle, wie es hiess.

Börsenturbulenzen im Dezember

Ungewöhnlich starke Kursschwankungen prägten die Aktienmarktentwicklung im Dezember.

Quelle: Bloomberg; Daten per 31.12.18

Hohe Volatilität im Dezember

Ungewöhnlich starke Kursschwankungen prägten die Aktienmarktentwicklung im Dezember.

Quelle: Bloomberg; Daten per 31.12.18
Im Dezember war das Handelsgeschehen an den Aktienmärkten von – für die Jahreszeit – ungewöhnlich hohen Kursausschlägen und entsprechend hoher Volatilität geprägt (siehe Grafik).
 
Der Grund: Die Anlegerstimmung hatte sich zu Beginn des Monats vor allem wegen Befürchtungen vor einer weniger dynamischen Entwicklung der Weltwirtschaft deutlich eingetrübt. Dies führte dazu, dass Investoren die Risikopositionen in ihren Portfolios reduzierten, was die Abwärtsbewegung an den wichtigsten Aktienmärkten erklärt.
 
Auch die US-Notenbank Fed hatte an den Börsenturbulenzen einen entscheidenden Anteil. An ihrer Zinssitzung im Dezember signalisierte sie für 2019 zwei Zinsschritte. Das ist zwar einer weniger als zuvor in Aussicht gestellt. Doch viele Marktteilnehmer hatten wegen der Sorgen um eine Wachstumsverlangsamung ein noch weniger straffes Vorgehen erwartet und wurden entsprechend auf dem falschen Fuss erwischt.
 
Zu reden gab zudem, dass sich Fed-Chef Jerome Powell von den Turbulenzen an den Märkten unbeeindruckt zeigte und durchblicken liess, sich davon nicht vom Normalisierungskurs abbringen zu lassen. Im Vergleich zu früher ist es neu, dass die Fed unabhängig von der Marktverfassung handeln will.
 
In den letzten Tagen hat die Notenbank ihre Aussagen allerdings relativiert und eine mögliche Pause im Zinserhöhungszyklus in Aussicht gestellt. Das hat massgeblich zur Beruhigung der nervösen Stimmung beigetragen.

Im Fokus

Brexit-Abstimmung: Das britische Parlament wird voraussichtlich am 15. Januar über das umstrittene Brexit-Abkommen abstimmen. Allerdings scheint im Parlament noch immer keine Mehrheit für das von Premierministerin Theresa May in Brüssel ausgehandelte Vertragswerk in Sicht. Ursprünglich war die Abstimmung am 11. Dezember geplant. May verschob sie wegen der sich abzeichnenden Niederlage. Angesichts der Blockade im Parlament wird zunehmend über eine Verschiebung des für den 29. März vorgesehenen Brexits spekuliert.
 
Goldpreis auf Sechsmonatshoch: Gold profitiert je länger desto klarer von den Unsicherheiten an den Finanzmärkten. Im Zuge des im letzten November eingeleiteten Aufwärtstrends geriet jüngst die Marke von 1'300 US-Dollar für eine Unze des gelben Metalls in Schlagweite. Damit steht der Kurs so hoch wie zuletzt im Juni 2018.
 
Inflation im Euroraum rückläufig: Die EZB dürfte an der Inflationsentwicklung im Währungsgebiet keine Freude haben. Im Dezember bildete sich die Inflationsrate auf 1,6 Prozent zurück von 1,9 Prozent im November. Die Notenbanker streben bekanntlich eine Rate von um die zwei Prozent an. Für den Dämpfer im Schlussmonat 2018 ist vor allem ein gegenüber November weniger starker Anstieg bei den Energiepreisen verantwortlich. Die viel beachtete Kerninflationsrate verharrte derweil bei 1,0 Prozent. Hier werden schwankungsanfällige Preiskomponenten wie Energie ausgeklammert.

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