Newsletter vom 8. August 2018

Die aktuelle Lage

In der Schweiz sind die Konsumentenpreise im Juli gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent gesunken. Im Vergleich mit dem Vorjahresmonat verteuerten sich die Preise laut Bundesamt für Statistik jedoch durchschnittlich um 1,2 Prozent. Die Kerninflation, bei der schwankungsanfällige Preise wie für Energie ausgeklammert werden, lag im Juli bei 0,5 Prozent.
 
Die deutsche Industrie hat im Juni einen überraschend starken Auftragsdämpfer verzeichnet. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, erhielten die Unternehmen im Durchschnitt 4,0 Prozent weniger Aufträge als im Monat zuvor. Dabei zeigte sich der Rückgang in allen wichtigen Bereichen wie Vorleistungs- oder Investitionsgüter. Experten sehen eine mögliche Ursache in der Furcht vor einem Handelskrieg.
 
In der Eurozone hat sich derweil die Anlegerstimmung weiter erholt. Das vom Finanzunternehmen Sentix erhobene Konjunkturbarometer stieg um 2.6 Punkte auf 14.7 Zähler. Dies ist der zweite Anstieg in Folge nach einer deutlichen Abschwächung im Frühjahr.
 
In den USA entwickelt sich der Arbeitsmarkt weiter robust. Zwar wurden im Juli mit 157‘000 Jobs weniger Stellen geschaffen als erwartet. Die Beschäftigung hatte sich in den Monaten zuvor aber besser entwickelt als bislang angenommen. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen zugleich um 0,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote sank von 4,0 auf 3,9 Prozent und liegt damit nur knapp über dem 18-Jahre-Tief von 3,8 Prozent.
 
Der chinesische Aussenhandel hat sich im Juli stark präsentiert. Die Exporte in die USA legten im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent zu, wie die chinesische Zollverwaltung mitteilte. Die Importe aus den USA ins Reich der Mitte stiegen um ebenfalls 11 Prozent. Die starke Handelsaktivität führen Marktbeobachter darauf zurück, dass Unternehmen in beiden Ländern noch möglichst viele Geschäfte abwickeln wollten, bevor der Handelsstreit weiter eskalieren könnte.

Starke Berichtssaison sorgt für Zuversicht

Das gab es noch nie: In den USA haben die von den Unternehmen vorgelegten Zahlenkränze in mehr als 80 Prozent der Fälle die Markterwartungen übertroffen.

Quelle: Bloomberg, FactSet; Daten per 3.8.18

Rekord: Mehr als 80 Prozent der US-Firmen übertreffen Erwartungen

Das gab es noch nie: In den USA haben die von den Unternehmen vorgelegten Zahlenkränze in mehr als 80 Prozent der Fälle die Markterwartungen übertroffen.

Quelle: Bloomberg, FactSet; Daten per 3.8.18
An den wichtigsten Aktienmärkten der Welt hat die im ersten Halbjahr zu beobachtende Unsicherheit spürbar abgenommen. Ein Grund ist die überraschend starke Berichtssaison der Unternehmen zum zweiten Quartal. Im Durchschnitt konnten die Unternehmen in den USA ihre Gewinne um rund ein Viertel steigern, in Europa immerhin um knapp 10 Prozent.

Auch wenn noch nicht alle Firmen zum Zahlenrapport angetreten sind, lässt sich bereits ein positives Fazit ziehen.
 
In den USA haben bereits rund 81 Prozent der im S&P 500 gelisteten Unternehmen ihre Zahlen vorgelegt. Davon haben 82 Prozent die Prognosen der Analysten übertroffen – in diesem Ausmass war das noch nie der Fall (siehe Grafik). Eine ähnlich positive Entwicklung ist auch in Europa sowie in der Schweiz zu beobachten.
 
Doch es zeigte sich auch: Werden die hohen Erwartungen enttäuscht, dann werden die Unternehmen an der Börse hart abgestraft.
 
Eine weitere Erkenntnis aus der aktuellen Berichtssaison: Wurden in den letzten zehn Jahren die Analystenschätzungen im ersten Monat des Quartals um durchschnittlich 2,2 Prozent reduziert, liegt die Quote derzeit bei lediglich 0,6 Prozent. Dies zeichnet für den Rest des laufenden Jahres ein zuversichtliches Gewinnbild in den USA.

Im Fokus

Notenbanken: Aufmerksam wurden von den Investoren die jüngsten Zinsentscheide der grossen Notenbanken verfolgt. Etwas grundsätzlich Neues wurde dabei nicht bekanntgegeben. Die US-Notenbank Fed beliess die Leitzinsen im Zielband von 1,75 bis 2,0 Prozent, was so erwartet wurde. Die meisten Beobachter rechnen noch mit zwei Zinsschritten in diesem Jahr. Die Europäische Zentralbank bestätigte vor rund zwei Wochen ihre Geldpolitik und ihren Zinsausblick. Unterdessen hat die britische Notenbank ihre Geldpolitik erwartungsgemäss etwas gestrafft: Der Leitzins wurde um 0.25 Prozentpunkte auf 0,75 Prozent angehoben. Das ist der höchste Stand seit 2009. Die japanische Notenbank hat ihre extrem lockere Geldpolitik im Anschluss an die jüngste Zinssitzung bestätigt. Allerdings gestattet es die Notenbank nun, dass sich der Zehnjahreszins etwas um das Zinsziel herum bewegen darf. Hintergrund ist der allgemeine Zinsauftrieb, der es der Notenbank zuletzt erschwert hatte, ihre Zinszusage punktgenau einzuhalten.
 
Brexit: Die Befürchtungen, Grossbritannien könnte ungeordnet aus der Eurozone ausscheiden, sorgte für Abgabedruck beim Pfund, welches zum Franken auf Jahrestief abgerutscht ist.
 
Immobilienmarkt Schweiz: Die Risiken auf dem heimischen Immobilienmarkt haben im zweiten Quartal gemäss dem UBS-Immobilienblasenindex abgenommen. Damit entwickelte sich der vielbeachtete Index zum vierten Mal in Folge rückläufig. Er befindet sich nur noch knapp in der Risikozone.

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