Newsletter vom 30. Januar 2019

Die aktuelle Lage

In der Schweiz sind die Exporte im vergangenen Jahr auf einen neuen Rekordwert gestiegen – trotz des schwelenden Handelskonflikts. Besonders gefragt waren im Ausland einmal mehr Produkte aus der Schweizer Chemie- und der Pharmabranche, wie die Eidgenössische Zollverwaltung mitteilte. Da die Importe in die Schweiz noch stärker zulegten, resultiert in der Handelsbilanz jedoch ein geringerer Überschuss als im Vorjahr. Zum Jahresende hin haben sich im Güterverkehr erste Anzeichen einer wirtschaftlichen Abkühlung gezeigt.
 
In Deutschland hat sich die Stimmung in der Wirtschaft weiter verschlechtert. Der vom Forschungsinstitut Ifo erhobene Geschäftsklimaindex sank im Januar überraschend deutlich um 1,9 auf 99,1 Punkte. Das ist der fünfte Rückgang in Folge. Damit liegt eines der wichtigsten Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft auf dem tiefsten Stand seit Februar 2016.
 
Die französische Wirtschaft hat ihr Wachstumstempo am Jahresende 2018 trotz der massiven Proteste der "Gelbwesten" halten können. Im vierten Quartal lag die Wirtschaftsleistung bzw. das Bruttoinlandsprodukt um 0,3 Prozent über dem Vorquartal. Im Gesamtjahr 2018 wuchs die zweitgrösste Volkswirtschaft der Eurozone um 1,5 Prozent. Das ist jedoch eine deutliche Abschwächung im Vergleich zum Vorjahr, als das Wachstum noch 2,3 Prozent betragen hatte.
 
In der US-Wirtschaft hat sich das Wachstum im Januar leicht beschleunigt. Der von Markit erhobene Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft – Industrie und Dienstleister zusammen – stieg auf 54,5 von 54,4 Punkten im Vormonat. Oberhalb von 50 Punkten signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum. Ein etwas anders Bild zeigt der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren. Er sank zum Vormonat um 0,1 Prozent, wie das private Forschungsinstitut Conference Board mitteilte. Der Sammelindex setzt sich aus zehn Frühindikatoren zusammen, darunter die Neuaufträge in der Industrie und die Anträge auf Arbeitslosenhilfe.

Stimmung in Eurowirtschaft trübt sich ein

Die rückläufigen Einkaufsmanagerindizes signalisieren eine Eintrübung der Stimmung in der Eurowirtschaft.

Quelle: Markit

Einkaufsmanagerindizes geben nach

Die rückläufigen Einkaufsmanagerindizes signalisieren eine Eintrübung der Stimmung in der Eurowirtschaft.

Quelle: Markit
Die Einkaufsmanagerindizes im Euroraum tendieren weiterhin zur Schwäche. Einige sind bereits in den Bereich von unter 50 Punkten gefallen – zeigen also eine wirtschaftliche Kontraktion an (siehe Grafik).
 
Der Wert für den Euroraum als Ganzes liegt mit 51,1 Punkten aber noch im expansiven Bereich.
 
Auch andere vorlaufende Indikatoren zeigen eine Schwäche an. So ist zum Beispiel ist der Ifo-Index für Deutschland auf den tiefsten Wert seit drei Jahren gefallen (siehe Text oben).
 
Nachdem die Einkaufsmanagerindizes während des Jahres 2017 stetig gestiegen waren, hat sich das Bild im Verlauf von 2018 eingetrübt. Die aktuelle Ausgangslage deutet auf eine deutliche Wachstumsverlangsamung hin – aber nicht auf eine Rezession.
 
Fazit: Wir gehen davon aus, dass sich die Werte vorerst um die Marke von 50 Punkten stabilisieren werden. Doch auch bei einer Stabilisierung ist klar: Das wirtschaftliche Umfeld für die Unternehmen ist nicht mehr so rosig wie in den vergangenen Jahren.

Im Fokus

Notenbanken: Am heutigen Mittwoch steht die US-Notenbank Fed mit ihrem Zinsentscheid im Fokus. Ob es zu einer Zinserhöhung kommt, gilt als unwahrscheinlich. Zuletzt hatten hochrangige Notenbankvertreter die Möglichkeit einer Zinserhöhungspause eingeräumt. Die Europäische Notenbank (EZB) sorgte bei ihrer Zinssitzung in der Vorwoche für keine Überraschungen, die rekordtiefen Leitzinsen wurden nicht angetastet. Allerdings hatte EZB-Chef Mario Draghi durchblicken lassen, dass die konjunkturelle Abkühlung im Währungsgebiet etwas ausgeprägter ist als erwartet. Dies wiederum hat die Wahrscheinlichkeit für eine mögliche Zinserhöhung im September 2019 weiter sinken lassen.
 
Shutdown verdirbt Kauflaune: In den USA hat sich die Stimmung der Konsumenten im Januar überraschend deutlich eingetrübt. Der vom Forschungsinstitut Conference Board erhobene Stimmungsindikator fiel im Vergleich zum Vormonat um 6,4 auf 120,2 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Sommer 2017. Das Conference Board schreibt, dass neben den Börsenturbulenzen auch der Government Shutdown – also die Schliessung der US-Bundesbörden – die Konsumlaune belastet haben könnte.
 
Goldpreis steigt auf Achtmonatshoch: Der Goldpreis ist im Höhenflug. An der Börse in London wurde die Feinunze zwischenzeitlich für knapp 1316 US-Dollar gehandelt. Damit ist Gold so wertvoll wie zuletzt im vergangenen Mai. Ein Preistreiber ist die Aussicht auf langsamere Zinserhöhungen in den USA, was Gold für Investoren ein Stück weit attraktiver macht. Hinzu kommt ein leicht schwächerer Dollar. Dies hat zur Folge, dass Gold in Ländern ausserhalb des Dollarraums günstiger wird, was zu einer stärkeren Nachfrage und höheren Preisen führt.

Seite empfehlen



Kopieren Sie den Link [ctrl + c] und fügen Sie ihn in ein E-Mail ein [ctrl + v]. Aus Sicherheitsgründen ist kein Versand von E-Mails direkt vom VZ Finanzportal möglich.


Das könnte Sie ebenfalls interessieren