Newsletter vom 19. April 2017

Die aktuelle Lage

Wichtige Aktienmärkte haben nach Ostern mit Kursverlusten auf die zunehmende Nervosität der Anleger reagiert.

Ursache für die Nervosität sind vornehmlich politische Risiken wie die Wahlen in Frankreich und in Grossbritannien, der Konflikt um Nordkorea, die Spannungen zwischen den USA und Russland sowie die zunehmenden Zweifel, dass die US-Regierung ihr wirtschaftspolitisches Programm wie angekündigt umsetzen wird.

Der Goldpreis ist vor diesem Hintergrund auf 1285 US-Dollar pro Unze gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit November.

Die Daten zur globalen Konjunktur sowie zur Lage der Unternehmen sind nach wie vor mehrheitlich gut und lassen ein weiteres Erstarken der Weltwirtschaft erwarten.

Die US-Jahresteuerung hat sich im März auf 2.4 Prozent nach 2.7 Prozent im Februar verringert. Experten hatten mit einem leichteren Rückgang auf 2.6 Prozent gerechnet.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat das Referendum zur Einführung eines Präsidialsystems gewonnen. Es räumt ihm mehr Kompetenzen ein. Die türkische Lira und der Aktienmarkt in Istanbul reagierten verhalten.

Chinas wirtschaftliche Erholung stützt die globale Konjunktur

Das chinesische Bruttoinlandprodukt ist im ersten Quartal mit 6.9 Prozent stärker gewachsen als im Vorquartal und als von Experten erwartet.

Wichtige chinesische Indikatoren legen zu

Wichtige chinesische Indikatoren legen zu
Das chinesische Bruttoinlandprodukt ist im ersten Quartal mit 6.9 Prozent stärker gewachsen als im Vorquartal und als von Experten erwartet.
Quelle: National Bureau of Statistics of China
Das Konjunkturprogramm der chinesischen Regierung von 2016 äussert sich zunehmend in den Wirtschaftsdaten der weltweit zweitgrössten Volkswirtschaft und wirkt sich positiv auf die globale Konjunktur aus.

Das BIP ist im ersten Quartal um 6.9 Prozent gewachsen, das ist mehr als im Vorquartal und besser als von Experten erwartet.

Die Industrieproduktion und die Investitionen legten im Jahresvergleich kräftig zu.

Die Exporte lagen im März in Dollar gerechnet um 16.4 Prozent höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Auch die Importe haben im März mit 20.3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich zugelegt. Die Entwicklung wurde unter anderem von der gestiegenen Nachfrage der Bauwirtschaft nach Rohstoffen getrieben.

Zu den wichtigsten Risiken für die Wirtschaft Chinas zählen ein allfälliger Währungskrieg mit den USA, Überhitzungsgefahren am Immobilienmarkt, die anhaltenden Kapitalabflüsse und Überkapazitäten im verarbeitenden Gewerbe.

Ausblick

Die britische Premierministerin Theresa May hat Neuwahlen für den 8. Juni angekündigt. Sie benötige den Rückhalt des Parlaments, um erfolgreich mit der EU über den Brexit verhandeln zu können.

Am kommenden Sonntag findet der erste Wahlgang der Präsidentschaftswahl in Frankreich statt, die Stichwahl zwischen den beiden besten Bewerbern des ersten Wahlgangs wird zwei Wochen später abgehalten.

Der unabhängige, wirtschaftsliberale Kandidat Emmanuel Macron hat gemäss Statistikern mit Abstand die grösste Chance, Präsident zu werden. Er dürfte sich im zweiten Wahlgang durchsetzen.

Der IWF sieht trotz kurzfristig verbesserter Aussichten für die Weltwirtschaft zunehmende Risiken wegen wachsender Abschottung und der Gefahr eines Handelskrieges.

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