Newsletter vom 16. Mai 2018

Die aktuelle Lage

In der Schweiz ist das Preisniveau gemessen an den Produzenten- und Importpreisen relativ deutlich gestiegen. Der PPI-Index legte im April gegenüber März konkret um 0,4 Prozent auf 102.8 Punkte zu. Das Bundesamt für Statistik führt dies vor allem auf höhere Preise für Mineralölprodukte und Maschinen zurück.

In den USA hat sich die Stimmung der Industrie im wirtschaftlich wichtigen Bundesstaat New York überraschend aufgehellt. Der vielbeachtete Empire-State-Index stieg von 15,8 Punkten auf 20,1 Zähler, wie die regionale Notenbank von New York mitteilte. Analysten hatten dagegen im Durchschnitt einen Rückgang auf 15,0 Punkte prognostiziert.

In der Eurozone haben die Industrieunternehmen ihre Produktion im März schwächer ausgeweitet als erwartet. Nach Angaben des Statistikamtes Eurostat lag die Gesamtproduktion 0,5 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Ökonomen hatten im Mittel mit einem Zuwachs um 0,7 Prozent gerechnet.

In Frankreich hat die Inflation im April zugelegt. Das nationale Statistikamt Insee hat im Jahresvergleich einen Anstieg um 1,8 Prozent gemessen. Für die zweitgrösste Volkswirtschaft der Eurozone ist das die höchste Inflationsrate seit Oktober 2012.

Die deutsche Wirtschaft hat zum Jahresbeginn etwas an Schwung verloren. Das Bruttoinlandprodukt stieg im ersten Quartal gemäss Statistischem Bundesamt um 0,3 Prozent. In den beiden Vorquartalen hatte noch ein Anstieg um 0,6 bzw. um 0,7 Prozent resultiert. Das Bundesamt weist aber darauf hin, dass das BIP damit das 15. Mal in Folge gestiegen ist. Dies sei die längste Aufschwungphase seit 1991, hiess es.

Währungen beeinflussen Performance

Die Währungskurse können sich zeitweise sehr volatil bewegen und die Performance eines Wertschriftenportfolios entscheidend beeinflussen. Mit einer Währungsabsicherung lassen sich Wechselkursrisiken reduzieren oder ganz aus der Welt schaffen.

Quelle: Bloomberg, Daten per 04.05.18

Entwicklung wichtiger Währungen gegenüber dem Schweizer Franken

Die Währungskurse können sich zeitweise sehr volatil bewegen und die Performance eines Wertschriftenportfolios entscheidend beeinflussen. Mit einer Währungsabsicherung lassen sich Wechselkursrisiken reduzieren oder ganz aus der Welt schaffen.

Quelle: Bloomberg, Daten per 04.05.18
Die Währungsentwicklung kann einen entscheidenden Einfluss auf die Performance eines Wertschriftendepots haben. Denn die Währungskurse können sich zeitweise sehr volatil bewegen (siehe Grafik). Investoren, die ausländische Vermögenswerte im Portfolio haben, sind damit einem Wechselkursrisiko ausgesetzt.

Solche Wechselkursrisiken lassen sich durch eine Währungsabsicherung reduzieren oder sogar ganz eliminieren. Bei einer Währungsabsicherung geht es also in erster Linie um eine Risikoreduktion.

Eine Währungsabsicherung ist aber mit Kosten verbunden, deren Höhe massgeblich von der Zinsdifferenz zwischen zwei Währungsräumen bestimmt wird.

Eine Währungsabsicherung lohnt sich vor allem bei in Fremdwährungen aufgelegten Obligationen. Bei Aktien werden dagegen zum Teil bereits auf Unternehmensstufe Massnahmen bezüglich Währungsrisiken ergriffen.

Bis 2014 war die Absicherung in Schweizer Franken relativ günstig, da die Zinsdifferenz zwischen der Schweiz und der USA relativ klein war. Mit der Einführung der Negativzinsen in der Schweiz Anfang 2015 und den steigenden Zinsen in den USA weitete sich die Zinsdifferenz aber deutlich aus – und damit auch die Kosten für die Währungsabsicherung. Um eine US-Dollar-Position über ein Jahr gegen Währungsrisiken abzusichern – in der Fachsprache ist von "hedging" die Rede, müssen aktuell Kosten um 2,5 Prozent in Kauf genommen werden. Unter diesen Umständen kann es sinnvoll sein, teilweise auf die Absicherung zu verzichten.

Bei Anlagen in der Schweiz bestehen in der Regel keine direkten Fremdwährungsrisiken. Das Wertschriftenportfolio kann dann allerdings ungenügend diversifiziert sein – aufgrund der Fokussierung auf eine kleine Anlageregion.

Ausblick

Öl: Die Ölpreise haben jüngst weiter zugelegt, nachdem bereits zuvor ein relativ deutlicher Anstieg verzeichnet wurde. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kletterte über 79 US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit November 2014. Auch die US-Sorte WTI kratzt an ihrem Mehrjahreshoch von Ende 2014. Marktexperten machen für den jüngsten Anstieg unter anderem die Gewaltausbrüche im Nahen Osten verantwortlich.

Gold: Der Goldpreis ist erstmals in diesem Jahr unter 1'300 US-Dollar gefallen. Auslöser waren steigende Kapitalmarktzinsen in den USA. Dort kletterte der Zins für zehnjährige Staatsanleihen am Dienstag mit 3,05 Prozent auf den höchsten Stand seit 2011. Den Zinsanstieg wiederum führten Analysten auf positive Konjunkturdaten und steigende Inflationserwartungen zurück, was weitere Zinsanhebungen der US-Notenbank Fed erwarten lasse.

Konjunktur I: Die OECD sieht Hinweise auf ein geringeres Wirtschaftswachstum im Euroraum. Dies gelte auch für die drei grössten Volkswirtschaften der Währungsunion: Deutschland, Frankreich und Italien. Ausserhalb der Eurozone deute sich laut OECD ein schwächeres Wachstum in Japan und Kanada an. Für die USA sprechen die Daten für ein stabiles Wachstumstempo. Für die grossen Schwellenländer Indien, Brasilien und China erwartet die Organisation eine höhere Wachstumsdynamik. In Russland sehe man lediglich eine Stabilisierung.

Konjunktur II: Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten bleiben wegen politischer Risiken weiter etwas eingetrübt. Sie haben sich im Mai aber nicht weiter verschlechtert. Das ZEW-Konjunkturbarometer verharrte wie von Ökonomen erwartet bei minus 8.2 Zählern. Zuvor waren drei Rückgänge in Folge verzeichnet worden. Der ZEW-Indikator gilt als einer der wichtigsten Stimmungsindikatoren im für die Schweizer Wirtschaft wichtigen Markt Deutschland.

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