Newsletter vom 13. September 2017

Die aktuelle Lage

Die Aktienmärkte haben sich von den Rückschlägen nach den Provokationen Nordkoreas erholt. Der US-Blue-Chips-Index S&P 500 ist am Dienstag auf ein Rekordhoch gestiegen.

Für gute Stimmung an den Aktienmärkten hat unter anderem geführt, dass US-Präsident Donald Trump und der Kongress sich auf eine Zwischenlösung zu den Staatsfinanzen einigten. Die drohende Zahlungsunfähigkeit der USA ist vorerst abgewendet.

Die Importe Chinas sind im August deutlich stärker gestiegen als die Exporte. Das lässt sich als Signal deuten für ein stärker von der Binnenkonjunktur getriebenes Wachstum – ein Ziel, das die Regierung Chinas seit längerem verfolgt.

Die Inflation in Grossbritannien lag im August mit 2.9 Prozent gegenüber dem Vorjahr so hoch wie seit fünf Jahren nicht mehr. Verantwortlich dafür ist die starke Abwertung des Britischen Pfundes nach dem Brexit-Entscheid.

Der Hurrikan Irma hat in den USA gemäss groben Schätzungen Schäden von rund 290 Milliarden US-Dollar verursacht, wovon rund 120 Milliarden versichert sind.

EZB erhöht Wachstumsprognose für 2017

Die Europäische Zentralbank hat die Prognose für das Wachstum 2017 der Währungsunion erhöht, die Inflationsprognose beliess sie unverändert.

Inflations- und Wachstumsprognosen der EZB

Inflations- und Wachstumsprognosen der EZB
Die Europäische Zentralbank hat die Prognose für das Wachstum 2017 der Währungsunion erhöht, die Inflationsprognose beliess sie unverändert.
Quelle: EZB
Die Europäische Zentralbank hat letzte Woche wie erwartet weder den Leitzins angepasst noch über die absehbare Reduktion der Anleihenkäufe informiert. Für Überraschung sorgte die Begründung für diese Zurückhaltung.

Experten hatten erwartet, dass die EZB ihr Abwarten mit der jüngsten Euro-Stärke begründen wird. Der erstarkte Euro könnte die europäische Wirtschaft belasten, weil er die Exporte verteuert.

Mario Draghi sagte aber nur, dass der EZB-Rat noch nicht bereit sei für den schrittweisen Ausstieg aus den Anleihenkäufen. Diese Begründung hat die Marktteilnehmer verunsichert.

Die EZB hat ihre Prognose für das BIP-Wachstum der Eurozone für 2017 auf 2.2 Prozent angehoben gegenüber 1.9 Prozent im Juni. Die robuste Konjunktur und die sinkende Arbeitslosigkeit sprechen für einen gestaffelten Ausstieg aus dem Anleihenkaufprogramm, das mindestens bis Dezember 2017 läuft.

Die Aussicht auf einen nur sehr zögerlichen Ausstieg aus dem Programm hat zusammen mit den Spannungen rund um Nordkorea zu wieder tieferen Zinsen geführt.

Ausblick

Der vorzeitige Rücktritt des Fed-Vizepräsidenten Stanley Fischer heizt die Spekulationen um die künftige Führung der US-Notenbank weiter an.

Die Amtszeit von Fed-Chefin Janet Yellen läuft im kommenden Februar aus. Die Frage ist, wen US-Präsident Donald Trump als Nachfolger ernennen wird.

Der Fed-Offenmarktausschuss wird an seiner Sitzung nächste Woche voraussichtlich einen Plan zum Abbau der Notenbankbilanz vorstellen.

Morgen Donnerstag trifft sich das Zinsgremium der Schweizerischen Nationalbank. Es dürfte den Leitzins unverändert belassen. Auf Interesse wird die Lagebeurteilung der SNB stossen, nachdem sich die Konjunktur in der Eurozone belebt und der Euro gegenüber dem Franken zugelegt haben.

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