Newsletter vom 12. Dezember 2018

Die aktuelle Lage

In der Schweiz bleibt die Arbeitslosigkeit auf sehr tiefem Niveau. Im November stieg die entsprechende Quote zwar minimal auf 2,5 Prozent, nachdem sie seit Mai bei 2,4 Prozent verharrt hatte. Bereinigt um saisonale Effekte nahm sie jedoch auf 2,4 von 2,5 Prozent ab, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft mitteilte.
 
In Deutschland haben die Industriebetriebe dank einer hohen Nachfrage aus den Euro-Ländern und einer Erholung in der Autoindustrie den dritten Monat in Folge einen Auftragszuwachs verbuchen können. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts betrug die Steigerung 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Analysten hatten dagegen einen Rückgang erwartet.
 
Im Euroraum ist die Unternehmensstimmung im November auf den tiefsten Stand seit gut zwei Jahren gefallen. Der vom Markit-Institut nach einer zweiten Umfragerunde ermittelte Einkaufsmanagerindex bildete sich um 0,4 auf 52,7 Punkte zurück. Das ist der niedrigste Wert seit September 2016. Der Rückgang fällt allerdings nicht ganz so stark aus, wie in einer ersten Runde geschätzt.
 
In Grossbritannien hat sich die Stimmung in den Dienstleistungsunternehmen im November überraschend eingetrübt. Der Markit-Einkaufsmanagerindex sank um 1,8 auf 50,4 Punkte. Das ist der schwächste Wert seit Juli 2016, als der Indikator infolge des Brexit-Votums eingebrochen und unter 50 Punkte gefallen war.
 
In der Türkei hat sich das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal deutlich verlangsamt. So legte das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur noch um 1,6 Prozent zu, wie das nationale Statistikamt mitteilte. Im zweiten Quartal hatte die Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahr noch um 5,2 Prozent zugelegt und im ersten Quartal sogar um 7,4 Prozent. Die Türkei kämpft mit einer hohen Inflation und einem Währungszerfall.
 
Der US-amerikanische Arbeitsmarkt hat sich im November in etwas schwächerer Verfassung präsentiert. Sowohl die Beschäftigung ausserhalb der Landwirtschaft als auch die Lohnentwicklung blieben hinter den Erwartungen zurück, wie die Daten des Arbeitsministeriums zeigen. Allerdings liegt die Arbeitslosigkeit weiter auf dem tiefsten Stand seit fast einem halben Jahrhundert. Unterdessen ist die Stimmung der US-Dienstleister im vergangenen Monat überraschend gestiegen. Der Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management (ISM) legte um 0,4 auf 60,7 Punkte zu. Die Stimmung in den Unternehmen der Dienstleistungsbranche ist im langfristigen Vergleich auf einem hohen Niveau.

Turbulenzen an Aktienmärkten führen zu attraktiveren Bewertungen

Aufgrund der Korrekturen an den Aktienmärkten sind die Bewertungen zurückgekommen.

Quelle: Bloomberg; Daten per 7.12.18

Bewertungen wieder auf attraktiveren Niveaus

Aufgrund der Korrekturen an den Aktienmärkten sind die Bewertungen zurückgekommen.

Quelle: Bloomberg; Daten per 7.12.18
An den Finanzmärkten sind in den vergangenen Wochen und Monaten dunkle Wolken aufgezogen. Nachdem die Grosswetterlage im Vorjahr sowie in der ersten Jahreshälfte 2018 recht angenehm war, führten konjunkturelle sowie geopolitische Entwicklungen zu einer Abkühlung der Investorenstimmung. Denn in den grossen Wirtschaftsräumen zeigt sich eine nachlassende Konjunkturdynamik. Auch zehrt der schwelende Handelsstreit zwischen den USA und China an den Nerven.
 
Doch in Hinblick auf die Gewinnentwicklung der Unternehmen präsentiert sich die Lage nach wie vor günstig und auch für die kommenden Quartale wird ein ansprechendes Gewinnwachstum erwartet.
 
Dank dieser stabilen Gewinndaten der Unternehmen führten die jüngsten Kursrückschläge zu merklich attraktiveren Bewertungen (siehe Grafik). Diese liegen derzeit sehr nahe an den seit März 2005 gemessenen Durchschnittswerten.
 
Auch wenn es auf den ersten Blick nicht den Anschein macht: Die Kursschwankungen an den Aktienmärkten der letzten Wochen waren keineswegs aussergewöhnlich. Nach vielen Monaten mit rückläufiger Volatilität kam es hier zuletzt zwar zu einem Anstieg. Dies allerdings von einem im historischen Vergleich tiefen Niveau. Aktuell sind die Volatilitäts-Kennzahlen denn auch nicht weit von den 20-Jahres-Durchschnittswerten entfernt.

Im Fokus

Starker Franken: Die Unsicherheiten an den Finanzmärkten lassen Investoren vermehrt sichere Häfen ansteuern. Als einer davon gilt der Schweizer Franken. Entsprechend kam es hier in den vergangenen Wochen vor allem gegenüber dem Euro zu einer recht deutlichen Aufwertung auf derzeit etwa 1,1250 Franken. Im Sommer stand der Kurs über weite Strecken noch über 1,17 Franken. Und im April wurde gar zum ersten Mal seit Aufhebung des Wechselkursregimes gegenüber dem Euro die Marke von 1,20 Franken überschritten. Im Zuge der jüngsten Marktturbulenzen fiel der Franken auch unter die Dollar-Parität zurück. Für die exportstarke Schweizer Wirtschaft sind das keine guten Nachrichten.
 
US-Handelsdefizit steigt: Entgegen den Zielen von US-Präsident Donald Trump ist das Defizit der US-Handelsbilanz gestiegen und sogar auf den höchsten Stand seit zehn Jahren geklettert. Für den Oktober ermittelte das US-Handelsministerium einen Fehlbetrag im Aussenhandel von konkret 55,5 Milliarden US-Dollar. Das ist etwas mehr als von Analysten erwartet und vor allem für Trump eine Schlappe, hat er sich doch bekanntlich die Verringerung des Defizits auf die Fahne geschrieben. Stattdessen liegt es nun aber gegenüber dem Zeitpunkt von dessen Amtsantritt im Januar 2017 rund 10 Milliarden US-Dollar höher.
 
Ölhahn etwas zugedreht: Das Ölkartell OPEC und dessen Partnerländer haben an ihrem Treffen in der Vorwoche eine Drosselung der Öl-Fördermenge um 1,2 Millionen Fass pro Tag beschlossen. Das ist etwas mehr als erwartet wurde. Der Ölpreis hat sich in der Folge stabilisiert. Dem vorausgegangen war ein im Herbst eingeleiteter heftiger Preiszerfall aufgrund eines Überangebots.

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