Newsletter vom 11. April 2018

Die aktuelle Lage

Die Zahl der Arbeitslosen in der Schweiz hat im März 2018 weiter abgenommen. Ende Monat waren laut Mitteilung des Staatssekretariats für Wirtschaft 130'413 Arbeitslose bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren eingeschrieben. Das waren 13‘517 weniger als im Vormonat. Damit sank die Arbeitslosenquote auf 2,9 Prozent von 3,2 Prozent im Februar. Gegenüber dem Vorjahreswert verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 21'867 Personen, was einem Rückgang um rund 14 Prozent entspricht.

Die Anlegerstimmung im Euroraum hat sich im April weiter eingetrübt. Der vom Beratungsunternehmen Sentix erhobene Konjunkturindikator fiel gegenüber dem Vormonat um 4.4 Punkte auf 19.6 Zähler. Damit entfernt sich der Indikator weiter von seinem im November erreichten Zehnjahreshoch von 34 Punkten.

In den USA hat sich der Preisauftrieb auf Herstellerebene im März verstärkt. Die Produzentenpreise stiegen zum Vorjahresmonat um 3,0 Prozent.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die Politik vor Gefahren einer zu risikofreudigen Kreditvergabe in Zeiten lockerer Gelpolitik gewarnt. Eine solche Vergabe sei Quelle der Verwundbarkeit, die die Finanzstabilität bedrohen könne, schreibt der IWF in seinem jüngsten Finanzstabilitätsbericht.

Frühindikatoren signalisieren leichte Abkühlung

Monatliche PMI-Daten von Januar 2015 bis März 2018 für die USA, die EU und die Schweiz. Je höher die Werte, desto zuversichtlicher sind die Unternehmen.

Quelle: Bloomberg, Daten per 09.04.18

Einkaufsmanagerindizes

Monatliche PMI-Daten von Januar 2015 bis März 2018 für die USA, die EU und die Schweiz. Je höher die Werte, desto zuversichtlicher sind die Unternehmen.

Quelle: Bloomberg, Daten per 09.04.18
Die Stimmung unter den Einkäufern in den Grosskonzernen hat sich im März eingetrübt. Sowohl für die USA als auch die EU und die Schweiz zeigte sich bei den PMI-Daten eine gegenüber dem Vormonat rückläufige Entwicklung (siehe Grafik). Dies deutet auf eine leichte Abkühlung der Konjunktur hin. Die Weltwirtschaft bleibt dennoch auf Expansionskurs.

Der PMI-Index ist ein wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Aktivität. Je höher die PMI-Werte, desto zuversichtlicher sind die Unternehmen.

Im Verlauf des letzten Jahres waren die PMI-Werte in allen wichtigen Regionen deutlich gestiegen. Der Rückgang im März erfolgte somit von hohen Niveaus. Ökonomen zufolge liegt die Ursache grösstenteils im jüngsten Zoll-Streit, da dieser Sorgen vor möglichen Handelseinschränkungen aufkommen liess.

Der Rückgang im März wird unter Marktbeobachtern als nicht unwillkommene Normalisierung gesehen. Denn steigen die PMI-Werte zu hoch, signalisiert dies eine Überhitzung der Konjunktur, was schnellere Zinsanstiege nach sich ziehen würde.

Ausblick

Arbeitsmarkt: Die US-Wirtschaft hat im März deutlich weniger neue Stellen geschaffen als erwartet. Nach einem sehr starken Vormonat kamen im März lediglich 103'000 Stellen hinzu. Zudem wurde der Beschäftigungsaufbau für Januar und Februar nach unten korrigiert. Die Löhne zogen wiederum im Rahmen der Erwartungen an. Die Lohnentwicklung, die seit längerem trotz einer robusten Konjunktur vergleichsweise schwach ausfällt, spielt eine wichtige Rolle für die Geldpolitik der US-Notenbank.

Staatsanleihen: Japanische Investoren verkaufen in grossem Stil US-Staatsanleihen. Allein im Februar trennten sie sich von US-Staatsanleihen im Wert von umgerechnet rund 27 Milliarden Euro, wie aus Zahlen des japanischen Finanzministeriums hervorgeht. Die Verkaufsserie hält mittlerweile den fünften Monat an und ist damit die längste seit Jahren. Japan ist der zweitgrösste ausländische Gläubiger der USA und folgt dicht hinter China.

Geldpolitik I: In der Eurozone hat sich der Preisanstieg im März wie erwartet beschleunigt. Gleichzeitig verbesserte sich die Lage am Arbeitsmarkt. Ökonomen sehen jedoch noch keinen wachsenden Handlungsdruck für die EZB.

Geldpolitik II: EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny drängt auf eine schrittweise Abkehr von der Politik des billigen Geldes. "Ich denke, dass jetzt die Zeit für eine stufenweise Normalisierung gekommen ist", sagte der Chef der österreichischen Notenbank am Dienstag. Die italienische Notenbank hat die EZB diese Woche aufgerufen, beim Umschwenken zu einer weniger lockeren Geldpolitik vorsichtig vorzugehen. Italien gehört zu den am höchsten verschuldeten Industriestaaten.

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